Generell lohnt sich die Erbpacht, wenn man eine Wohnung oder ein Haus mit wenig Eigenkapital kauft, um es jetzt zu bewohnen und keinen großen Wert auf eine künftige Weitergabe legt. Umgekehrt lohnt sich die Erbpacht wahrscheinlich nicht für eine Kapitalanlage oder wenn man die Immobilie einmal vererben möchte.

 

Funktionsweise der Erbpacht

Bei der Erbpacht, eigentlich Erbbaurecht genannt, kauft man grundsätzlich das Gebäude zusammen mit einem langfristigen Grundstückspachtvertrag. Die Pacht wird dann monatlich oder jährlich fällig und ist besonders bei Altverträgen oft sehr, sehr günstig. 

Der naheliegende Vorteil liegt darin, dass die unmittelbaren Anschaffungskosten, wie auch die monatlichen Kosten häufig deutlich niedriger sind. Das bedeutet, dass im Normalfall die Immobilie auf Erbpacht auch deutlich schneller abbezahlt ist. Der monatliche bzw. jährliche Erbpachtzins ist demgegenüber allerdings über den gesamten Vertragszeitraum zu bezahlen.

 

Was passiert nach dem Ende des Erbbaurechtsvertrages?

Der ursprünglich beim Notar geschlossene Erbpachtvertrag läuft für gewöhnlich über eine Zeitspanne von 50 – 99 Jahren. Danach endet der Vertrag und die Immobilie geht dann an den Erbpachtgeber, also den Grundstückseigentümer, über. Der Erbpachtnehmer erhält vom Erbpachtgeber im Gegenzug eine Entschädigung für die Immobilie, normalerweise in Höhe von 2/3 des Gebäudewerts. (Die Entschädigung kann vertraglich anders geregelt sein). Der ehemalige Erbpachtnehmer kann die Immobilie in diesem Szenario von da an nicht mehr nutzen. Alternativ kann der Vertrag aber auch verlängert oder zu neuen Konditionen neu abgeschlossen werden, damit wäre die Immobilie wieder länger nutzbar. Darüber entscheidet aber letzten Endes der Erbbaurechtsgeber.

 

Vor- und Nachteile von Erbpachtimmobilien

Die günstigere monatliche Belastung, wie auch die schnellere Tilgungszeit kann man auf der Habenseite verbuchen, was für viele Käufer sehr interessant ist. Nachteile: Da Erbbaurechtsobjekte einen zeitlichen Ablauf haben (z. B. in 40 Jahren), sind sie bezüglich Wertsteigerung nicht so stark, auch beim Vererben ergeben sich dadurch logischerweise Nachteile. Hinzu kommt, dass man zum Ende der Laufzeit möglicherweise nicht mehr leicht verkaufen kann.  

 

Wann lohnt sich Erbpacht?

Ausgehend von den jeweiligen Vor- und Nachteilen, die die Erbpacht mit sich bringt, kann man damit im Großen und Ganzen herleiten, wann sich die Erbpacht lohnt und wann nicht. Es kommt einfach stark auf den Zweck an, den man damit verfolgt bzw. auf die langfristige Perspektive. Hier zwei Extreme zur Verdeutlichung:

1. Man kann eine Immobilie kaufen mit der Absicht, Kapital anzulegen und es z. B. in Form der Immobilie auch an die Kinder weiter zu vererben. In diesem Fall lohnt sich die Erbpacht nicht, vor allem, wenn die Laufzeit bis Vertragsende z. B. nur noch 40 Jahre oder weniger beträgt. Nach Vertragsablauf fällt die Immobilie an den Grundstückseigentümer, der den Erbpachtnehmer in der Regel mit 2/3 des Gebäudewerts entschädigt. Diese Summe ist meist nicht mehr sehr hoch. Damit hätte sich eine vorherige Investition in den Kauf der Erbpachtimmobilie durchaus nicht gelohnt. Für die langfristige Kapitalanlage und/oder Weitergabe bzw. Weitervererben ist die Erbpacht in den meisten Fällen keine geeignete Methode.

2. Man kann beabsichtigen, eine Immobilie mit verhältnismäßig wenig Eigenkapital zu erwerben, um diese jetzt zu bewohnen, wobei kein Fokus auf eine künftige Weitergabe gelegt wird. In diesem Fall ergänzen sich die generellen Vorteile der Erbpacht. Hier kommen die geringere monatliche Belastung und die schnellere Kredittilgung für den Immobilienerwerb zum Tragen und die Erbpacht kann sich im Vergleich zum Erwerb einer konventionellen Immobilie mit Grundstück in hohem Maße auszahlen.

Generell sollte man bei einem Erbpachtgeschäft einen Fachmann zu Rate ziehen, der sich mit dem Thema gut auskennt, denn die Erbpacht ist ein sehr vielschichtiges Thema. Gerade bei der Frage, ob sich ein Erbpachtgeschäft lohnt, kommt es immer auch auf den konkreten Einzelfall an.

Herzliche Grüße,

Rainer Fischer
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