Negativzinsen vermeiden mit Immobilien

Minuszinsen vs Immobilien

13.10.2021

Zu den „guten alten Zeiten“ war es noch allgemein üblich, dass man als Anleger Zinsen bekam und Rendite erzielen konnte, wenn man Geld auf dem Sparbuch hatte oder sein Geld bei einer Bank anlegte. Doch das ist weitgehend Vergangenheit. Viele Geldinstitute verlangen mittlerweile sogar Strafzinsen, oder wie die Banken es gerne nennen: Verwahrungsentgelt, wenn man Kapital über einem bestimmten Betrag dort liegen hat. Faktisch gesehen schmilzt Vermögen einfach dahin, wenn man es bei einer Bank parken will, z. B. auf Giro- und Tagesgeldkonten. Viele, die gegenwärtig über etwas Kapital verfügen, suchen daher nach Möglichkeiten, die Negativzinsen zu umgehen und richten ihren Blick auf Immobilien. Doch wie tauglich ist die Geldanlage in Immobilien zur Vermeidung von Negativzinsen?

 

Wieso verlangen Banken Negativzinsen?

Seit 2014 verlangt die Europäische Zentralbank von Banken, die Geld bei der Notenbank zwischenlagern wollen einen Strafzins, zunächst 0,1%, mittlerweile sogar 0,5%. Der Hintergedanke ist dabei, dass für Banken das Halten großer Kapitalbestände unattraktiv werden soll und sie stattdessen dazu gebracht werden sollen, vermehrt Kredite an Unternehmen zu geben und die Wirtschaft in der EU anzukurbeln. Ob mit den Strafzinsen für die Banken der geplante Effekt erzielt wird, steht auf einem anderen Blatt. Für die Geldinstitute jedenfalls ist dieser Strafzins eine Belastung, die sie, mitunter notgedrungen, an den Endkunden, also die Sparer, weiterreichen.

 

Geldserie: Euromünze weich
Sparer merken es seit geraumer Zeit: Der Wert des Geldes schmilzt dahin

Auswirkungen für die Sparer

Mittlerweile ist bei Banken im Prinzip keine wirklich gute Möglichkeit mehr zu finden, Anlagevermögen gewinnbringend anzulegen. Aktuell scheint nur eines sicher, als Sparer verliert man jeden vorüberziehenden Monat an Kaufkraft – und nicht nur wegen der Negativzinsen. Es kommt noch dazu, dass wir uns seit der letzten Finanzkrise in 2007/08, als die Notenbanken die Leitzinsen signifikant senkten, um die Weltwirtschaft vor einem Zusammenbruch zu bewahren, ohnehin in einer Niedrigzinsphase befinden. Seither wurden die Zinsen nicht mehr angehoben, sondern eigentlich immer nur weiter gesenkt. Schon seit damals fangen Zinsen auf Sparguthaben die allgemeine Inflation nicht mehr auf. Das heißt, auch ohne die neuen Minuszinsen ist der reale Kaufkraftverlust bereits enorm.

Aktuell erleben wir einen zusätzlichen Anstieg der Inflation. Bislang wurde die offizielle Inflation durch EZB-Maßnahmen in einem Bereich von 2 % gehalten. Für die Bewältigung der Corona-Krise wurden viele zusätzliche Schulden aufgenommen. Der aktuelle Kaufkraftverlust ist, nimmt man die offiziellen Zahlen, bei rund 4 % pro Jahr zu veranschlagen. Daneben gibt es noch eine zustätzliche „Schatteninflation“, die in der sogenannten Konsumentenpreisinflation systematisch nicht erfasst ist, wie etwa der Anstieg bei Krankenversicherungen oder kommunalen Abgaben etc. Insgesamt ist derzeit davon auszugehen, dass Geldanlagen unter 8 % Rendite unterm Strich Geldverlust bedeuten.

Die US-amerikanische Notenbank plant zwar wohl für 2022 eine Erhöhung der Leitzinsen, die EZB wird in diesem Fall wahrscheinlich irgendwann nachziehen. Ob das einen Umschwung herbeiführen wird und Geldanlagen bei Banken deshalb wieder rentabel werden, ist aber eher zu bezweifeln.

 

Geldanlage in Immobilien als Ausweg?

Hat man also Kapital z. B. ab 100.000 € auf seinem Bankkonto liegen und fordert die Bank das sogenannte Verwahrungsentgelt ein, wird man sich evtl. darüber Gedanken machen, wie man sein Kapital besser anlegen kann. Noch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dem Negativzins zu entkommen. Möglicherweise funktioniert der Wechsel zu einem anderen Geldinstitut, das noch keine Minuszinsen verlangt, oder man splittet das Kapital und legt bei mehreren Banken an, sodass man auf den individuellen Konten unterhalb des Grenzwerts bleibt. Denkbar wären auch andere Anlageformen wie Aktien – oder eben auch Immobilien. Wie bereits dargelegt, ist der Negativzins jedoch nicht der einzige Beweggrund, der reale Kaufkraftverlust durch Inflation kommt noch verstärkend hinzu.

Gerade Immobilien haben seit langem den Ruf, sehr wertstabil zu sein und sind generell ein sehr beliebtes Instrument, um dem inflationsbedingten Wertverlust von Geld zu begegnen. Nicht umsonst erleben wir in den letzten zehn Jahren vor allem in urbanen Regionen enorme Preissteigerungen bei Immobilien. Betongold ist gefragt wie nie. Doch wie verlässlich erfüllen Immobilienanlagen den Zweck des Vermögensschutzes?

 

Immobilien und Finanzkrisen – etwas Geschichte

Ein großes Anliegen der Finanzpolitik ist unter anderem die Vermeidung von Finanzkrisen. Dennoch treten Finanzkrisen immer mal wieder auf, manchmal im kleineren Rahmen, manchmal weltweit. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts, also etwa seit den letzten 120 Jahren gab es mehrere weltweite Finanzkrisen. Vor allem sind hier die Weltwirtschaftskrise von 1929, die Krisen nach dem 1. und 2. Weltkrieg, die nach Kriegsende natürlich auch Finanzkrisen waren und die bislang letzte große Krise von 2008 zu nennen.

Geldanlage Immobilien
Immobilien haben sich immer wieder als verlässliche Vermögenssicherung erwiesen

Was nun Immobilien angeht, hat sich in allen großen Krisen immer wieder gezeigt, dass sie vergleichsweise sehr zuverlässig als Vermögensschutz funktioniert haben. Zwar blieben Immobilieneigentümer oft nicht völlig verschont, wer z. B. seine Immobilie verlor, hatte natürlich einen hohen Verlust, auch Schäden müssen behoben werden. Im Großen und Ganzen betrachtet gingen Immobilieneigentümer aber immer als Gewinner aus den Krisen hervor. Und das, obwohl, wie nach den Kriegen, auch Zwangshypotheken und Sondersteuern auf Immobilienbesitz erhoben wurde. Aber selbst das konnten Immobilieneigentümer verkraften, da bei den gleichzeitig erfolgten Währungsschnitten liquides Kapital im Gegensatz dazu viel stärker an Wert verlor. Bisher überwogen die Vorteile von Immobilieneigentum die Nachteile immer. Sparer mit Guthaben auf der Bank, mit Lebensversicherungen oder Anleihen standen bei Krisen immer auf der Verliererseite.

Warum ist das so? Die Inflation folgt einem bestimmten Mechanismus, bei dem sowohl Guthaben sowie in einem gewissen Ausmaß auch Schulden reduziert werden, zusammengefasst: Geld wird weniger wert. Bei extremen Rahmenbedingungen wie Kriegen oder massiven Krisen kann es auch eine Währungsreform oder eine komplette Geldentwertung geben. Immobilien bestehen dagegen natürlich weiter, auch wenn das gesamte Kapitalsystem neu gestartet werden sollte. In letzterem Fall werden laufende Verbindlichkeiten und Kredite bei finanzierten Immobilien sogar mitreduziert. Dazu bringen Immobilien auch weiterhin Mieteinnahmen in der neuen soliden Währung oder man wohnt in seinem Eigenheim und kann entsprechende Ausgaben einsparen.

Bislang hat sich praktisch immer gezeigt, dass man mit Immobilien sogar von der Inflation profitieren kann, während der Großteil der Sparguthaben eigentlich immer an Wert verloren hat. Besonders in heiklen gesamtwirtschaftlichen Situationen treten Stärken und Schwächen unterschiedlicher Kapitalanlagen zu Tage. Und Immobilien haben sich insgesamt gesehen sehr gut bewährt.

 

Eignen sich Immobilien auch heute als Kapitalanlage?

Schönes Wohngebäude
Gut gewählte Investitionsobjekte sind nach wie vor eine hervorragende Geldwertsicherung

In der Regel ja, allerdings mit ein paar naheliegenden Einschränkungen.

  • Zunächst einmal muss man klar sehen, dass sich nicht jede Immobilie als Kapitalanlage eignet, manche Objekte werden auf Dauer sogar an Wert verlieren. Wer sich also den Kauf einer Immobilie zur Vermögenssicherung überlegt, tut gut daran, sich über die künftige Wertentwicklung zu informieren oder sich ein Wertgutachten zu holen. Generell ist aktuell davon auszugehen, dass sich städtische Regionen mit guter wirtschaftlicher Struktur auf Dauer im Wert besser entwickeln werden als strukturschwache ländliche Regionen. Doch auch hier wird es Ausnahmen geben. Manche Regionen haben sogar noch außerordentliches Steigerungspotenzial.
  • Eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen ist im Prinzip nur interessant für langfristige Anlagen. Wenn ein kurzfristiger Zugriff auf das Kapital möglich sein soll, muss man sich eher nach alternativen Anlageformen umsehen.

Handelt es sich bei der Kaufimmobilie also nicht um ein Objekt, bei dem Wertverlust vorprogrammiert ist, und möchte man sein Geld langfristig investieren, ist der Kauf einer Immobilie im Prinzip eine gute Idee, um Negativzinsen zu umgehen, Wertverlust zu vermeiden oder sogar von einer eventuellen Wertsteigerung zu profitieren.

 

Fazit

Immobilien haben sich auch in der Vergangenheit immer wieder als Vermögensschutz bewährt. Wer Kapital parken und Negativzinsen vermeiden will, für den kann eine Immobilienanlage durchaus vorteilhaft sein. Allerdings eignet sich nicht jede Immobilie als Investitionsobjekt, vor einem Kauf sollte man sich also gut über den Wert und das Wertentwicklungspotenzial informieren.

 

Herzlichst,

Rainer Fischer
Ihr Immobilienmakler München für den stressfreien Verkauf

Rainer Fischer, Immobilienmakler für München und Umgebung
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Mehr als 25 Jahre ist Rainer Fischer als seriöser Immobilienmakler in München tätig und hat gut 1.100 Immobilien erfolgreich für seine Klienten vermittelt. Für einen stressfreien Immobilienverkauf bietet er Immobilienbesitzern gerne seine professionelle Hilfe an. Kontakt


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